Vereinsgründung bis Ende des zweiten Weltkrieges

Zunächst wurde ein ,,Gesang- und Schützenverein'' von 41 Herren unter der Leitung von Lehrer Konrad Wiendl am 22.11.1911 gegründet. Innerhalb von 14 Tagen nach Gründung wurden Statuten entworfen und in einer Generalversammlung vorgelegt. Während die Sänger sich für wöchentliche Proben im Gasthaus Buckl trafen, trainierten die Schützen im Gasthaus Lederer. Zu Beginn des ersten Weltkrieges mussten die Vereinsaktivitäten eingestellt werden, konnten jedoch zum 8.1.1919 wieder aufgenommen werden.
Im weiteren Verlauf wurde ein Vereinseigener Stutzen angeschafft, das erste Preisschießen konnte sogar im Jahre 1912 realsisiert werden. Um regelmäßige Besuche der Vereinskameraden zu gewährleisten wurde erstmals im Jahre 1932 ein Preisschießen im Rahmen der Kirchweih durchgeführt. Um auch den Übungsalltag der Sänger attraktiv zu gestalten, wurde ein vereinseigenes Klavier angeschafft. Zu Beginn der 30er Jahre fand der Anschluss an den Deutschen Sportverein statt, dies geschah im Rahmen der Gleichschaltung der Gesellschaft unter dem Nationalsozialischtischen Regime.
Nach der Diktatur der Nationalsozialisten konnten die Vereinsmitglieder am 9.9.1950 in einer Sitzung im neuen Vereinslokal Gasthaus Schwarz ihre Aktivitäten wieder aufnehmen. Die Wiederbelebung der Schießübungen fand erst im Jahre 1955 im Gasthaus Lederer statt.

Vereinsleben nach Ende des zweiten Weltkrieges

Im Jahre 1956 wurde erstmals eine Schützenkette angeschafft. Jährlich zur Kirchweih wird der Schützenkönig ausgeschossen, diese Tradition, sowie die Königkette besteht bis heute. Eine Damenkönigin wurde erstmals im Jahre 1977 gekürt. Ab diesem Jahr liegen ebenfalls schriftliche Zeugnisse vor über die regelmäßige Teilnahme an Rundenwettkämpfen und Meisterschaften. Nach einer Sitzung 1964, in der Ehrungen des Gauschützenmeisters Beck vorgenommen wurde, hat Beck ebenfalls daruf hingewiesen, dass eine Jugendabteilung zu gründen sei. Heute wissen wir, dass der Verein daran sehr gut getan hat, diesem Ratschlag zu folgen.
Bereits 1951 wurde ein Fest zum 40-jährigen Bestehen des Vereines gefeiert. In Kombination des Gauschießen des Schützengaues Hesselberg wurde im Juni 1971 das 60-jährige Jubiläum gefeiert. Neben diesen großen Festlichkeiten, wurden auch intern immer mehr Aktivitäten etabliert, beispielsweise das Aufstellen eines Kirchweihbaumer, Vereinsausflüge oder die Teilnahme am Faschingsumzug.

Neugründung der beiden Vereine und Bau des Vereinslokals

1980, die Schützenabteilung beabsichtigte den Bau eines eigenen Vereinsheimes. Hauptdiskussionspunkte einer außerordentliche Mitgliederversammlung war die Beitragserhöhung, die für den Neubau nötig war. Die Zuschüsse für den Schützenhausbau konnten nur erteilt werden, wenn der Jahresbeitrag auf 36 DM erhöht wird. Da keine übereinstimmende Mehrheit erzielt wurde, wurde der Vorschlag gemacht, über eine Trennung des Vereins zu entscheiden. Mit einer 2/3 Mehrheit wurde die Trennung beschlossen, worauf der Gesangsverein ,,Liederkranz'' und der Schützenverein ,,Fidele Schützen'' gegründet wurden.
Bei Neugründung des SSV zählte der Verein bereits 189 Mitglieder. Im weiteren Verlauf differenzierten sich verschiedene Abteilung aus, worauf 1984 Neuwahlen für einen Jugend-, Damen- und Pistolenleiter stattfanden. Bis zur Fertigstellung des neuen Schützenhauses unter Leitung des ersten Schützenmeisters Johann Wirsing im Jahr 1982, fanden die wöchentlichen Schießübungen im Gasthaus Leng statt. In den ersten Jahren hielten die Vereinsmitglieder die Bewirtschaftung aufrecht. Im Jahre 1990 wurde das Schützenhaus an Roswitha Hirsch verpachtet, die bis heute für unser leibliches Wohl sorgt.

100-jähriges Vereinsjubiläum, Sportliches bis heute

Gute zwanzig Jahre nach dem Bau des Schützenhauses, wurde über einen Anbau nachgedacht. Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum im Jahre 2011 ist nun die neue Schießhalle mit 16 vollelektronischen Ständen in Betrieb. Die Tatsache, dass der Verein über Jahrzehnte hinweg investierte, speigelt den konstanten Schwerpunkt auf dem sportlichen Fokus wieder. Mit Christan Arnold konnte der Verein 1989 seinen ersten Deutschen Meister feiern. Bis heute konnten einige Schützen aus den Reihen des SSV Deutsche Meistertitel auf ihr Konto verbuchen:
Seybold Markus (3 Podestplätze an der DM)
Heckel Christian (14 Podestplätze an der DM)
Klein Julia (9 Podestplätze an der DM)
Seitz Michaela (3 Podestplätze an der DM)
Ramspeck Franziska (7 Podestplätze an der DM)
Lang Tobias (1 Podestplatz an der DM)
Nichtzuletzt durch die enge Zusammenarbeit mit dem Leistungskader Mittelfranken der ,,RWS Franken'' konnten diese Leistungen erzielt werden. Auch in der Pistole erwiesen die Schützen des SSV eine ruhige Hand. 1992 konnte Frey Josef erfolgreich an den Paralympics in Barcelona teilnehmen.
Das Preisschießen anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums war ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Mit der Chance auf großartige Preise, konnten über 3600 Schützen am Stand verzeichnet werden. Das anschließende Fest im großen Bierzelt mit den Troglauer Buam und den Storzelbachern war ein voller Erfolg. Auch am Sonntag, an dem der traditionelle Schützenumzug stattfand, fanden zahlreiche Schützenabteilungen den Weg nach Mitteleschenbach.

Zukunft

Nach einigen Arbeitsreichen Jahren, darf ein ,,sich ausruhen'' nicht das Ziel sein. Vielmehr ist die andauernde Erhaltung des Geschaffenen das Ziel, Aktivitäten im Verein, Investion in die Jugenarbeit, Gesellschaftliche Veranstaltungen sind nur einige Punkte. Gerade in unserer heutigen Zeit, ist es nötig zu erkennen, dass Tradtition und Innovation einher gehen.

                                                                                                                                                                                                       (Heckel Christian, Stefanie Zabold)